Car-Sharing als Beitrag zur Lösung der verkehrs- und umweltpolitischen Krise?

Car-Sharing als Beitrag zur Lösung der verkehrs- und umweltpolitischen Krise?

von: Reinhard Koss

Verlag für Wissenschaft und Forschung, 2002

ISBN: 9783897003293 , 338 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

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Preis: 49,90 EUR

Mehr zum Inhalt

Car-Sharing als Beitrag zur Lösung der verkehrs- und umweltpolitischen Krise?


 

Der unaufhaltsam wachsende Verkehr mit all seinen negativen Auswirkungen ist seit Jahren in der öffentlichen Diskussion, ohne daß sich daraus essentielle Veränderungen ergeben. Ein vielversprechender Ansatz für die Lösung dieses Problems ist das Car-Sharing. Bei diesem 1990 in Deutschland institutionalisierten System des organisierten Autoteilens wird nun das wenig genutzte private Automobil abgeschafft, möglichst viel mit umweltschonenden öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren, und wo dies nicht möglich ist, muß durch die Nutzung von Gemeinschaftsautos trotzdem nicht auf die individuelle Mobilität verzichtet werden. Nach der Darstellung der Grundlagen der verkehrs- und umweltpolitischen Krise und einer Betrachtung der Zielsetzung und Entwicklung des Car-Sharing zeichnet der Verfasser ein umfassendes Bild der Car-Sharing-Praxis aus verschienenen Blickwinkeln. Unterstützt werden die Ergebnisse durch zwei aufeinander aufbauende empirische Untersuchungen unter Car-Sharing-Organisationen und AussteigerInnen, die der Verfasser in Kooperation mit dem europäischen Dachverband European Car Sharing (ecs) durchführte. Hier konnten diverse Problemfelder aufgedeckt und die Hemmnisse der weiteren Car-Sharing-Verbreitung herausgearbeitet werden. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht der Car-Sharing-Organisationen ergeben sich folgende Fragestellungen: Wie entwickelt sich der Markt? Welche Faktoren bestimmen die Finanzierung und Kalkulation? Durch welche Marketingmaßnahmen kann die Marktdurchdringung erreicht bzw. beschleunigt werden? Diese und weitere Themen werden erörtert, bevor dann die betriebswirtschaftlichen Hemmnisse zusammengefaßt werden. In der volkswirtschaftlichen Analyse geht es in erster Linie um die Wirkungen des Car-Sharing auf die Gesamtwirtschaft. Gibt es Vernetzungen mit anderen Branchen? Wie wirkt sich Car-Sharing auf die Beschäftigung aus? Mittels einer Nutzen-Kosten-Analyse werden positive und negative Auswirkungen monetisiert und objektiv gegenübergestellt. Das Ergebnis könnte verkehrspolitische Fördermaßnahmen rechtfertigen, die ebenfalls an dieser Stelle behandelt werden. Auch hier steht am Ende die explizite Herausstellung der volkswirtschaftlichen Hemmnisse. Aus Sicht der TeilnehmerInnen werden monetäre und nicht-monetäre Aspekte analysiert. So erfolgt hier u. a. ein Kostenvergleich der Car-Sharing-Teilnahme mit der Nutzung des privaten Pkw`s. Weiterhin werden organisatorische, aber auch soziale Aspekte beleuchtet, die die Verbreitung des Car-Sharing hemmen. Um den Kreis zu schließen, geht der Verfasser abschließend auf die verkehrs- und umweltpolitische Auswirkungen des Car-Sharing ein und quantifiziert u. a. den Einfluß des Car-Sharing auf Fahrzeugbestand, Fahrleistungen, Belastung von Straßen und Parkflächen, sowie Unfallzahlen – auch unter Berücksichtigung der Verlagerungswirkungen auf andere Verkehrsmittel. Car-Sharing kann natürlich die verkehrs- und umweltpolitische Krise nicht allein lösen. Die zu untersuchende Frage lautet vielmehr: Eignet sich Car-Sharing als Beitrag zur Lösung der verkehrs- und umweltpolitischen Krise?"